#1 Angst vor dem Tod, was kommt danach? von 06.04.2012 02:46

Hallo,

ich frage mich oft, wie es wohl nach dem Tod weiter geht und ob es so etwas wie Wiedergeburt gibt. Ich habe Angst davor, weil ich es ja nicht weiß.

Geht euch das auch so? Oder wie denkt ihr darüber? An was glaubt ihr so und kann der Glaube diese Angst nehmen? Und gibt es für euch so etwas wie den Sinn des Lebens?

#2 RE: Angst vor dem Tod, was kommt danach? von Claris 06.04.2012 09:34

Hallo Gast,

oh ein spannendes Thema sprichst Du da an.
Ich muss allerdings ausholen, um verständlich machen zu können woran ich glaube und wie das in meiner Vorstellung Alles zusammenhängt, damit Du meine Antwort besser verstehen kannst.
Dieses Thema ist ja so umfassend, dass es ganze Bibliotheken füllt.

Ich glaube daran das meine Seele unsterblich ist. Das sie (wie Alles) Energie ist und damit an keine Form gebunden, es sei denn sie inkarniert, dann ist sie es zumindest zeitweilig.
Da das ganze Leben, ja selbst das Universum einem nachvollziehbaren Kreislauf von Geburt, Existenz und Sterben unterliegt, liegt es nahe, dass auch die Seele (die ja wie alles andere auch Energie ist) dem selben Kreislauf unterliegt. Ich glaube daher an Wiedergeburt, weil sie den offenen Kreis zwischen Tod und Geburt schließt.
Ich glaube das meine Seele auf jeder Stufe meines Daseins reift, von Leben zu Leben, von Tod zu Geburt.

Wenn man sich das Gefühl Liebe betrachtet und das Gefühl Hass, dann weiß man, zu was diese unterschiedlichen Gefühle in der Lage sind. Sie werden zu Energie - die so oder so in die Welt getragen wird. Wie schwer es ist seine Angst loszulassen wissen wir ja alle. Und Hass wird in meinen Augen aus unserer Angst geboren.
Alles dreht sich um Energie, denn die Erde selbst ist nichts anderes als manifestierte Energie. Selbst unsere Ideen sind Energie, die stärkste Kraft neben der Liebe. Denn mit unseren Ideen gestalten wir. Wir gestalten uns, unser Leben und unser Umfeld. Wenn auch nur ein Wort meiner Gedanken in Dir gerade etwas bewegt, so gestalte ich auch Dein Leben mit. Mit Deiner Frage hast Du mein Leben mitgestaltet, weil sie mich dazu gebracht hat nachzudenken und meine Gedanken festzuhalten. Alles ist miteinander verknüpft, bedingt und gestaltet einander.

Weil wir selbst eben ein Teil dieser allumfassenden Energie sind und mit unseren Gedanken und Gefühlen auch Berge versetzen können, gibt es z.B. Spontanheilungen, gibt es Wahrnehmungen über die normalen Sinne hinaus, oder denk nur daran zu was Menschen im Stande sind die sich ein Leben lang mental trainieren, sie können in der Mediation ihren Körper verlassen, ihre Körperfunktionen beeinflussen (Organe), können sich bei klirrender Kälte Hitze suggerieren, können Steine mit bloßer Hand zertrümmern, über Glut laufen usw.
Ich glaube wir Menschen sind uns gar nicht bewusst, zu was unser Geist alles in der Lage ist.

Wer von uns wünscht sich nicht, bedingungslos für das geliebt zu werden, wer man ist? So stelle ich mir die göttliche Kraft (Gott) vor. Welch stärkere Kraft könnte es geben? Pure Liebes-Energie, die mich bedingungslos liebt, wie einen verlorener Teil ihrer Selbst, der versucht den Weg zurück zu finden. Das ist schwer, mit all den Verhaftungen die das körperliche Dasein mit sich bringt. Deshalb: Mentales Training, Meditation, Gebete, Pflege der Gedanken (die für unsere Gefühle verantwortlich sind) sind alles Möglichkeiten, um der Energie Liebe nahe zu sein und näher zu kommen.

Die Religionen dieser Welt könnten wahre Wegweiser sein, würden sie aufhören ihre eigenen Interessen zu vertreten, das Vertrauen ihrer Anhänger zu missbrauchen und ihren Absolutheitsanspruch fallen lassen. Dann wäre die Religion das, was sie in meinen Augen sein sollte, eine gemeinsame Suche, Impulsgeber, eine Quelle des Austauschs und Wegbegleiter. Sie könnten den Menschen helfen, ihre Angst in Vertrauen zu wandeln. Doch solange die Menschen dort in Glaubensfragen unmündig gehalten werden, solange verhindert die Religion die eigentliche Suche des Einzelnen, anstatt sie zu unterstützen. Denn der Glaube ist so persönlich, wie die eigenen Gedanken. Nie wieder habe ich so innige Gespräche mit Gott geführt, wie als Kind. Da war alles da, so selbstverständlich, so unzensiert. Denn was ist der Glaube anderes, als das Vertrauen in das Leben, in den Sinn des Daseins und in die göttliche Kraft selbst. Das Vertrauen kann nur aus jedem selbst wachsen und reifen. Und noch schwieriger ist es, sich dieses Vertrauen zu bewahren.

Ich stelle mir das Leben und diese Suche immer wie einen Berg vor, alles Leben (wie auf einen Ameisenhaufen) strebt von allen Seiten dem Gipfel entgegen. Jeder auf seine Weise, jeder in seinem Tempo und jeder auf einem anderen Weg. Es gibt keinen falschen und keinen richtigen Weg. Auf dem Gipfel ist es auch egal wie man dahin gekommen ist, entscheidend ist nur, dass man da ist. Das Streben alleine ist schon Sinn genug im Leben. Für mich persönlich ist das der Sinn des Lebens.

Nein ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe Angst vor dem sterben ja und davor, dass ich leiden könnte, aber den Tod selbst sehe ich wie die Geburt. Er ist die Geburt auf die andere Seite des Kreises, und auch das Dasein dort (wie immer das aussehen mag) endet dann mit dem Tod, welcher nichts anderes ist, als die Geburt in das Leben. Tod und Geburt sind Übergänge. Der Vorgang selbst macht uns Angst, weil wir loslassen müssen und dann ins Ungewisse gehen. Je stärker wir vertrauen (glauben), je weniger wir anhaften, umso leichter der Übergang (das loslassen).

Nun ist der Text doch recht lang geworden, ich hoffe der ein oder andere Gedanke war für Dich von Wert.
Ich wünsche Dir Inspirationen und gute Anstöße auf Deiner Suche! *lächelt lieb*

liebe Grüße
Claris

#3 RE: Angst vor dem Tod, was kommt danach? von 10.04.2012 11:16

Danke für Deine ausführliche Antwort!

Ich finde es immer beneidenswert, wenn Menschen glauben können. Mir ist das scheinbar nicht vergönnt. Ich habe Angst vor einem Nichts nach dem Tod, denn wirklich wissen kann das ja niemand.

Gruß zurück
Ralf

#4 RE: Angst vor dem Tod, was kommt danach? von Lightness 10.04.2016 08:38

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Hallo.
Dieser Thread ist zwar schon fast vier Jahre alt, aber ich denke, dieses Thema ist immer aktuell und wollte meine Gedanken dazu aufschreiben.
Ich selbst durfte als Kind eine Nahtodeserfahrung machen, die mich nach dem ersten Schrecken in die Lage versetzt hat, vor dem Tod keine Angst mehr zu haben. Außerdem war es mir einmal vergönnt, in einen so tiefen Trancezustand versetzt zu werden, so dass ich bei vollem Bewusstsein alles loslassen konnte, was mich im Alltag so am 'Leben hält'. Ich hatte mit einem Mal ein Gefühl des absoluten Vertrauens und keine Angst mehr. Später habe ich mir vorgestellt, dass ich im Moment des Sterbens diesen Zustand erreichen werde. So habe ich erfahren, dass ich nicht einmal vor dem Sterben Angst haben muss, weil mir jegliche Angst genommen wird. Das macht unser Gehirn. Wie weiß ich nicht, aber ich nehme an, es ist ein Trick der Natur, uns das Sterben zu 'erleichtern'.
Na, und wenn jemand Angst davor hat, dass nach dem Tod ein Nichts herrscht, dann kann ich denjenigen auch beruhigen, weil jeder Mensch im Zustand des Schlafens das 'Nichts' erlebt, so lange er nicht träumt. Und an unsere Träume können wir uns ja auch nicht immer erinnern, also ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie das 'Nichts' aussieht.
Ich persönlich habe durch meine Erfahrungen viel Vertrauen gewonnen ins Leben und gehe mit dem Thema meines persönlichen Todes gelassen um.

#5 RE: Angst vor dem Tod, was kommt danach? von Schneepferdchen 10.04.2016 13:58

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Hallo :)

Ich gehe mit dem Thema Tod auch gelassen um. Ich habe davor nur wenig Angst, aber ich finde es schade, daß man dann keine Zeit mehr auf der Erde zur Verfügung hat.

Lg

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